Eine kleine Wies'n-Story


irgendwann im September 1999

Es war einmal.......
...ein güldenbackiger Knabe, der ward von seinen Freunden zum großen Besäufnis geladen. Da dieser Junge aber lieber mit dem Auto denn mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs war, stieg er in sein geliebtes, strahlendes Mobile und begleitete seine Freunde.. nach einer entbehrungsreichen Reise kamen die drei Geheiligten im Machtzentrum des Gottes des Alkohols an - unter Gläubigen einfach die "Wiesn" genannt. Da die drei groß, mächtig und einflußreich waren, hatten sie vorher dafür gesorgt, eingeladen worden zu sein, auf dass das Geld aus anderer Leute Taschen fließen möge...

Und es war ein Jubeln und Singen und Tanzen in den Zelten, daß es eine wahre Pracht war - ein jeder erblühte, jedermann hatte eine gute Zeit, ausnahmslos jeder trank den güldenen Saft - außer unserem Knaben, der nach 1 1/2 Maß sagte "nu is gutt, schmußnochfahrn". Alsdann bestellte er sich eine Maß alllooolfreies Kraut und feierte weiter bis der Hahn krähte.....nun ja, zugegebenermaßen krähte der Hahn nicht wirklich, sondern wurde verspeist, aber das gehört jetzt nicht hierher. Auf jeden Fall trafen die drei Freunde noch viele andere lustige Gesellen, die sie schon länger kannten, und der Spaß potenzierte sich ad infinitum, bis die geheiligte Feierstätte geschlossen wurde...

Alsdann mußten die mittlerweile sechs Freunde die Freudenstätte verlassen und begaben sich auf den Weg zur teuflischen "U-Bahn" - einem diabolischen Werk von Beelzebub höchstselbst, wie sich unser jugendlicher Held immer wieder sagte. Eine längere, in fieberhafter Erwartung dem Ende gegenüber durchlebte Fahrt später verließen unsere auf die himmlische Zahl drei geschrumpften Freunde den Vorhof der Hölle und betraten den engelsgleich weißen Opel, welcher die beiden Gefährten unseres Heroen sicher in den heimatlichen Hafen geleitete. Der Jungspund hingegen hatte noch einen beschwerlichen Heimweg vor sich, da er zwar nicht viel, aber doch etwas getrunken hatte, was den Schergen des Bösen unter gegebenen Umständen mißfallen könnte. Also fuhr er etliche hinterlistig gewählte Schleichwege und war schlußendlich nur noch knappe 200 m von seiner rettenden Burg entfernt, als plötzlich.............

...die Schergen des Satans hatten unserem Protagonisten gemeinerweise aufgelauert, um ihn hinterrücks mit der Macht der Obrigkeit zu erdolchen. Und so traf ihn der erste Satz der Inkarnation des Bösen auch gleich wie ein Donnerschlag aus den finstersten Tiefen der Hölle: "Gutn Aaamt, allemeine Vergersgontrollä - Fürrscheinundfahrzeugbabierebidde!".......

Wohlwissend, er könne der macht Satans nicht mit klug gewählten Worten begegnen, hatte unser strahlender Held keine Wahl, als dem Befehl des Henkersknechts nachzukommen. Kaum hatte er diese Barriere triumphierend erklommen, zog das Böse noch ein As aus dem Ärmel: "Hamse heute schon was gedrunkn, Herr Gaus?" drang es erderschütternd aus der fiesen Fratze des unbarmherzigen Übeltäters.....

Da unser Held durch seine Reinheit und den geheiligten Schwur an den Eid des Wahrheit gebunden war, antwortete er vertretbar untertreibend mit fester Stimme "Ja, 'ne Maß", woraufhin das Übel seine Chance witterte, den Kampf Gut gegen Böse ein für allemal auszutragen. Also sprach es "Tja, wollen wir mal nen Allllololtest machn?", was dem entmachteten und somit sprachlosen Helden nur noch die entkräfteten Worte "Na, wenn sie meinen" entrang....

Das Böse triumphierte innerlich, wähnte sich schon in Siegerpose, sah sich den Olymp der Barmherzigkeit mit Niedertracht und Übelkeit zerschmettern. Und das Gute sah tatsächlich nicht so gut aus, haderte einen erbarmunglosen innerlichen Zwist zwischen Weiß und Schwarz und öffnete schlußendlich mit zittrigen Fingern die Tüte, in der sich die Tülle der Wahrheit befand - jene geheiligte Reliquie, die aus jedermann die reine Wahrheit, und nichts als die Wahrheit herausholte. Mit dem Mut der Verzweiflung und der Flamme der Willenskraft in den Augen führte nun unser Held dies Symbol des Friedens in Pandoras Box des Alllololtests ein - jener niederträchtigen Erfindung, die nur die satanischsten der Üblen in die Welt gesetzt haben konnten.....

....und der Held wußte, daß er das Übel dieser Welt nur durch seinen Feueratem bekämpfen konnte - also blies er mit all seiner Omnipräsenz und Allgewalt in die Tülle der Wahrheit und wartete ab......

Das Böse wähnte sich nach wie vor triumphierend, nahm sich Pandoras Box und verlas die verblüffende Botschaft des Friedens: "Da hammer ar Schwein ghapt, Här Gauß!"

Ebendies dachte sich der innerlich hochjauchzende Held, der schon den süßen Geschmack des Triumphes auf der Zunge spürte, als das Böse noch im Todeskampf verweifelt um sich schlug und seine letzte Waffe herausholte: "Herr Gauz, wußden sie, daß ir reschdes Applendlischd ned gehd?". Klar wußte der Held das, aber das würde er dem Übel dieser Welt, dem Unkraut im jungfräulichen Garten der Liebe, doch nicht auf die blutrotgetränkte Nase binden! Ha! Mit all seiner Kraft und der Hilfe von Tausender, Millionen verbündeter Seelen sprach er die nicht ganz wahren Worte "Nö, wußte ich nicht! Echt?" - Gott lächelte gnädig und nickte wissend. Woraufhin die letze Bastion der Verteidigung des Abschaums durchbrochen, seine Häme in Hilflosigkeit umgeschlagen war und der Sieg in den geweihten Schoß des edlen Helden fiel...

Und wenn er nicht gestorben ist, verbreitet er immer noch die Botschaft des Guten in den Ohren und Herzen aller der, die wie er den Kampf aufgenommen hatten! So war das. :o)